Die StudierendenGesellschaft (SG) ist ein gemeinnütziger Verein, der 1995 von Studierenden der Universität Witten/Herdecke gegründet wurde. Die Studierenden der UW/H verwalten ihre Studienbeiträge eigenverantwortlich. Dafür haben sie mit dem „Umgekehrten Generationenvertrag“ (UGV) ein Finanzierungsmodell entwickelt, das neben den monatlichen Beitragszahlungen während des Studiums eine einkommensabhängige Späterzahlung vorsieht. So steht die SG seit 26 Jahren mit dem UGV für einen freien Zugang zum Studium, eine freie Gestaltung des Studiums und eine freie Berufswahl. Denn: Ein Studium in Witten ist keine Frage des Geldes und sollte es auch nie sein!

Neben der Verwaltung und Finanzierung der Studienbeiträge – die derzeit mit über 11 Mio. EUR etwa ein Viertel des gesamten Universitätshaushaltes ausmachen – und der Förderung einer Vielzahl studentischer Projekte, gestaltet die SG als Miteigentümerin und Gesellschafterin der UW/H die Universität auf höchster Ebene mit. Damit ist sie direktes Sprachrohr der Studierenden in das höchste kaufmännische Gremium der Universität – ein Novum in Deutschland.

Unsere Werte: die drei Freiheiten

Als 1995 die Einführung von Studienbeiträgen an der Universität Witten/Herdecke vor der Tür stand, waren die Sorgen groß: Wie kann verhindert werden, dass von nun an vor allem Geld, nicht aber individuelle Fähigkeiten, darüber entscheidet, wer in Witten studiert? Wie können wir der Ökonomisierung des Studiums entgegenwirken? Wie lässt sich verhindern, dass sich Studium und Berufswahl zunehmend finanziellen Zwängen unterordnen?

Diese Fragen fanden im Umgekehrten Generationenvertrag nicht nur eine überzeugende Antwort, sondern enthielten auch das, was wir noch viele Jahre später als Ideale der StudierendenGesellschaft begreifen: Die Drei Freiheiten.

Freier Zugang zum Studium

Der UGV ermöglicht Dir, unabhängig von Deinem finanziellen Hintergrund, ein Studium an der UW/H aufzunehmen. Somit entscheiden Deine Fähigkeiten und Deine Begeisterung für die Studieninhalten, ob du in Witten studieren kannst und nicht die Dicke Deines Portemonnaies oder des Deiner Eltern.

Freie Gestaltung des Studiums

Der UGV soll Dich in der freien Gestaltung Deines Studiums nicht beschränken. Entscheide selbst, wie lange Du studierst und entscheide frei darüber, wie Du diese Zeit nutzt. Egal, wie viel Zeit Du Dir nimmst: Deine Studienbeiträge ändern sich dadurch nicht, denn der UGV wird nur für die Regelstudienzeit berechnet.

Freie Berufswahl

Anders als bei einem klassischen Kredit entsteht Dir durch den UGV keine fixe Schuldenlast, die in den ersten Jahren nach dem Studium getilgt werden muss. Ganz im Sinne des Solidaritätsprinzip bestimmt die Höhe deines Einkommens, ob Du zurückzahlst oder nicht. Auf diese Weise stehen Dir nach dem Studium in Witten alle Wege offen und du kannst dich frei entscheiden, welchen Weg du einschlagen möchtest.

Die Drei Freiheiten sind die grundlegenden Werte unserer Arbeit in der StudierendenGesellschaft. Ergänzt werden Sie durch ein anderes Ideal, ohne das keine Freiheit erwachsen kann: Solidarität.

Die StudierendenGesellschaft spannt mit Dir und allen ihren Mitgliedern ein Netz, das alle auffängt, die fallen. Dafür zahlst Du einen größeren Beitrag, wenn Du mehr verdienst, oder wirst von den anderen getragen, wenn Du Dir keine Rückzahlung leisten kannst. So erwächst Dir aus dem Zusammenhalt und der Solidarität der Studierenden die Freiheit, Dein Leben so zu gestalten, wie Du möchtest.

Freiheit durch Solidarität – und Solidarität durch Freiheit.

Satzung & Organe

Die Satzung der SG wurde 1995 von der Gründungsversammlung aufgestellt und bildet seitdem den Kern unseres Vereins. Einblick in die aktuelle Fassung unserer “heiligen Statuten” kann hier geworfen werden.

Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ der StudierendenGesellschaft und entscheidet über die wesentlichen Geschicke des Vereins. Alle aktiven Studierenden (außer Sofortzahler:innen, die sich dagegen entschieden haben) sind ordentliche Mitglieder und damit stimmberechtigt. Sie kommen in regelmäßigen Abständen zur Mitgliederversammlung zusammen, zu der der Vorstand per Mail einlädt. Wie du mitmachen kannst, erfährst Du hier!

Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat berufen und besteht zurzeit aus fünf Studierenden. Zu seinen Aufgaben zählen, neben dem Tagesgeschäft und der Buchführung, die Aufstellung des Jahresabschlusses und des Wirtschaftsplans für jedes Geschäftsjahr. Der Vorstand wird derzeit in seiner Arbeit von zwei studentischen Projektmanager:innen unterstützt.

Der Aufsichtsrat besteht aus insgesamt elf Mitgliedern, von denen sechs Studierende der UW/H sind. Zu seinen Aufgaben gehört die Kontrolle und Beratung des Vorstandes sowie dessen Bestellung, Abberufung und Entlastung; die Feststellung des Jahresabschlusses und die Genehmigung des Wirtschaftsplans.

Organigramm der SG

Das Mitarbeitenden-Büro bildet das operative Kernstück der SG. Es ist neben der Abwicklung des Umgekehrten Generationenvertrages und der Buchhaltung für eine persönliche Beratung der Studierenden und Studieninteressierten, für die Immatrikulation sowie für die Betreuung der Rückzahler:innen zuständig.

Der Sozialausschuss hat zum Ziel, unbillige Härten im Zusammenhang mit der Abwicklung des „Vertrages über die Förderung des Studiums an der Privaten Universität Witten/Herdecke“ zu vermeiden. Für den Fall, dass man unverschuldet in Not gerät, gibt es die Möglichkeit über den Sozialausschuss unter Umständen eine Befreiung von der Rückzahlung zu erwirken.

Die Schlichtungsstelle regelt zunächst sämtliche Rechtsstreitigkeiten, die sich im Zusammenhang mit der Förderung des Studiums an der Universität Witten/Herdecke ergeben können. Die SG ist verpflichtet die Schlichtungsstelle anzurufen, ehe sie den ordentlichen Rechtsweg beschreiten kann.

Die Gesellschafterversammlung bildet das höchste kaufmännische Gremium der UW/H. Seit 2001 ist die SG eine von aktuell sieben Gesellschafterinnen der Universität und hält derzeit Anteile von 7,6 %. Zwei Vorstandsmitglieder werden zu den regelmäßigen Versammlungen entsendet, um studentische Belange zu vertreten.

Menschen in der SG

Die SG wird von vielen Menschen gestaltet…

v.l.n.r.: Takashi Themann, Ingmar Lampson, Tom Eisterhues, Amelie Feuerstack, Sarah Luther, Nils Luerweg, Felix Stremmer, Madelin Riesen, Caspar-Fridolin Lorenz, Max Grünwald (nicht im Bild: Dr. Sarah Becker, Dr. Hans-Georg Beyer, Prof. Dr. Felix Fabis, Pauline Griese, Sabine Falke-Ibach)

Vorstand

Der Vorstand der StudierendenGesellschaft führt und vertritt den Verein als geschäftsführendes Organ. Er besteht aus mindestens drei Vereinsmitgliedern, die vom Aufsichtsrat berufen werden. Wesentliche Aufgabenbereiche sind Finanzen, Kommunikation, IT und Risikomanagement.

Ingmar Lampson

Vorstand für Risikomanagement

Ingmar Lampson hat an der UW/H Wirtschaftswissenschaften studiert. Während des Studiums war er mehrere Jahre im Controlling einer Privatbank tätig. Seit 2011 ist er für ein großes Bildungsunternehmen tätig. Er ist seit 2009 – erst als Studierender, nun als Alumnus – Vorstandsmitglied der StudierendenGesellschaft

Nils Luerweg

Vorstand für Kommunikation

Nils Luerweg studiert seit 2016 Philosophie, Politik und Ökonomik an der Universität Witten/Herdecke. Vor seinem Studium absolvierte er Praktika bei einem Finanzdienstleister und im Deutschen Bundestag. Neben dem Studium hat er ua. zwei Jahre die studentische Integrationsinitiative „Willkommen in Witten“ mit geleitet und war zuletzt als Dozent in der Arbeitsmarktqualifizierung tätig. Zudem war Nils Luerweg politisch vielfältig engagiert, bevor er im Oktober 2019 Mitglied im Vorstand der SG wurde.

Sarah Luther

Vorständin für Kommunikation

Sarah Luther studiert seit 2020 Philosophie, Politik und Ökonomik an der UW/H. Vor ihrem Studium in Witten engagierte sie sich als Botschafterin der Nichtregierungsorganisation „Jugend Rettet e.V.“ und initiierte Mal- und Bastelkurse in einer Wohnunterkunft für Geflüchtete, worauf eine intensive Auseinandersetzung mit der europäischen Integration und Flüchtlingspolitik folgten. Als Sennerin einer Alp im Berner Oberland erhielt Sarah Luther einen wertvollen Einblick in Kontexte wirtschaftlichen Handelns. Sie ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Zuletzt sammelte sie erste Erfahrungen in der SG als Studentische Hilfskraft in den Bereichen Kommunikation und Strategie und ist seit April 2021 Mitglied im Vorstand der SG.

Takashi Themann

Vorstand für Finanzen

Takashi Themann studiert seit 2020 Management B. Sc. an der UW/H. Während seiner Schulzeit nahm er ein Juniorstudium in den Studiengängen Rechtswissenschaften und Politikwissenschaften an der Universität Hamburg auf und engagierte sich als Schülersprecher. Mit 16 Jahren gründete er sein erstes Unternehmen, welches hochwertige Kleidungsstücke aus Wollstoffen (Tweed) unter fairen Bedingungen produziert und vertreibt. Nach seinem Abitur arbeitete er ein halbes Jahr als Projektmanager in einem Technologieunternehmen. Zuletzt sammelte er erste SG-Erfahrungen als Studentische Hilfskraft im Finanzbereich und ist seit April 2021 Mitglied im Vorstand der SG.

 

Projektmanagement

Das studentische Projektmanagement der StudierendenGesellschaft unterstützt den Vorstand in operativen Aufgaben und führt unabhängige Projekte durch.

Florian Berth

Projektmanager für IT

Florian Berth studiert seit 2020 Management B.Sc. an der UW/H. Zuletzt war er als IT-Berater für ein mittelständisches Familienunternehmen tätig. In der SG ist er für die operative Funktionalität der Organisation sowie der lang- und mittelfristigen Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur verantwortlich.

Esther Dullinger

Projektmanagerin für Kommunikationsdesign

Esther Dullinger studiert seit 2020 Kommunikationsdesign an der Hochschule Düsseldorf. Vor Ihrem Studium besuchte Sie eine Modeschule mit dem Schwerpunkt Modedesign und Grafik und konnte in einem Praktikum erste Erfahrung im Bereich Kommunikationsdesign sammeln. Seit November 2020 ist sie bei der StudierendenGesellschaft für den Bereich Kommunikationsdesign als Projektmanagerin zuständig, wobei sie den Vorstand in operativen Aufgaben unterstützt und unabhängige Projekt durchführt.

Die Mitarbeiter:innen – das Herzstück der SG

Mit viel Ausdauer und Sorgfalt sind Cäsar Scaffidi-Abbate, Regine Bongert, Petra Soldat, Daniela Rode (v.l.n.r.) und Stefan Maetschke (nicht im Bild) für die gesamte operative Abwicklung des Umgekehrten Generationenvertrags zuständig. Neben der Buchhaltung, Vertragsverwaltung und Büroorganisation kümmern sie sich um die Betreuung und Beratung der aktiven Studierenden und der Rückzahler:innen. Außerdem sind sie für alle Fragen rund um die Themen Immatrikulation, Umgekehrter Generationenvertrag, Rückzahlung sowie zum Sozialausschuss Ihre und Deine Ansprechpartner:innen.

Aufsichtsrat

Die wesentliche Aufgabe des Aufsichtsrats (AR) der StudierendenGesellschaft sind die Beratung und Kontrolle des Vorstands, sowie die Unterstützung bei besonderen Fragestellungen. Er besteht aus internen Aufsichtsrät:innen (aktive Studierende der UW/H) und externen Aufsichtsrät:innen (der SG und Universität verbundene Personen).

Amelie Feuerstack (stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrat) und Caspar-Fridolin Lorenz (Vorsitzender des Aufsichtsrat)

Studentische Mitglieder

Tom Eisterhues
Student “Philosophie, Politik und Ökonomik” (UW/H)

Amelie Feuerstack
Studentin der Psychologie (UW/H)

Max Grünwald
Student “Management” (UW/H)

Madelin Riesen
Studentin Humanmedizin (UW/H)

Pauline Griese
Studentin “Zahn,- Mund- und Kieferheilkunde” (UW/H)

Nicht-studentische Mitglieder

Dr. Sarah Becker
Alumna der Humanmedizin und Doktorandin der Wirtschaftswissenschaften (UW/H), Institute for Digital Transformation in Healthcare GmbH

Dr. Hans-Georg Beyer, CFA
Alumnus und Doktorand der Wirtschaftswissenschaften (HSG) und Commerzbank Head of Group Audit MSB Products International

Prof. Dr. Felix Fabis
Professor an der Polizeiakademie Niedersachsen, Oldenburg
ehem. Dozent der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft (UW/H)

Sabine Falke-Ibach
Familienunternehmerin und Executive Business Coach

Caspar-Fridolin Lorenz, Vorsitzender
Alumnus der Wirtschaftswissenschaften und Kulturreflexion (UW/H) und Student der Kulturwissenschaft (HU Berlin)

Felix Stremmer
Alumnus der Wirtschaftswissenschaft (UW/H), ehemaliger Vorstand der SG

Geschichte

Die Satzung der SG wurde 1995 von der Gründungsversammlung aufgestellt und bildet seitdem den Kern unseres Vereins. Einblick in die aktuelle Fassung unserer “heiligen Statuten” kann hier geworfen werden.

  • 2018

    Erfolgreiche Refinanzierung

    Die StudierendenGesellschaft hat sich erneut erfolgreich refinanzieren können. Mit einem Darlehen der GLS Bank über 9,65 Millionen Euro ist der Umgekehrte Generationenvertrag auch in Zukunft gesichert. Der Bedarf zur Refinanzierung entsteht, da die Studierendenzahlen seit Jahren stark zunehmen, und damit auch die durch die SG vorzufinanzierenden Studienbeiträge. Mehr Infos zum gelungenen Refinanzierungsschritt in unserer Pressemitteilung.

  • 2016

    Die SG feiert ihren 21. Geburtstag

    Die StudierendenGesellschaft wird erwachsen – so oder so ähnlich könnte man den 21. Geburtstag erklären. Gemeinsam mit Freund_innen, Ehemaligen und Studierenden hat die SG am 11. Juni 2016 ihre internationale Volljährigkeit zelebriert und blickte in drei Teilen auf das, was war, das, was ist, und das, was kommen mag. Im Mittelpunkt standen die Ernennung von Gründungsvater Dr. Konrad Schily zum Ehrenmitglied der SG, die kritische Podiumsdiskussion zum Thema “Nachgelagerte Studiengebühren in Deutschland” und das abendliche SG-Ehemaligen-Dinner. Während bei der Diskussion mit Presse, Politik und Wirtschaft die Zukunfts-Frage gewälzt wurde, wie sinnvoll eine finanzielle Beteiligung der Studierenden an ihrer Universität sein könnte, gaben die Anekdoten und Geschichten aus vergangenen Zeiten beim Dinner den Ton an. Zu späterer Stunde brachte die SG mit Studierenden und Ehemaligen die Uni zu beben: In der Cafete wurde zu Beats von DJ Través aus Hamburg und Philip Zerr aus Witten bis in die frühen Morgenstunden getanzt. Wir bedanken uns für den schönen Geburtstag bei allen Gästen und Unterstützer_innen. Auf die nächsten 21 Jahre! Weitere Fotos: siehe Impressionen.

  • 2014

    Erste StudierendenAnleihe

    Die UW/H wächst und wächst auf bis zu 2500 Studierende. Da mehr Neu-Studierende sich einschreiben und den Umgekehrten Generationenvertrag in Anspruch nehmen, als Alumni ihren Beitrag zurückzahlen, entsteht eine Finanzierungslücke für die StudierendenGesellschaft.

    Zur Überbrückung des Zeitraums zwischen der Verauslagung der Finanzierungsbeiträge an die Universität und dem Einsetzen der Rückzahlungen der geförderten Studierenden begab die StudierendenGesellschaft im November 2014 ihre erste StudierendenAnleihe, welche mit einem Volumen von € 7,5 Mio, einer Laufzeit von 10 Jahren und mit einem jährlichen Festzins von 3,6 % ausgestattet war. Die Anleihe (WKN/ISIN A12UD9/DE000A12UD98) wird im Freiverkehr an der Börse Düsseldorf gehandelt, Folgeanleihen sind in einem Drei- bis Vierjahresrhytmus geplant.

  • 2009

    Erneute Erhöhung der Beiträge

    In der schweren finanziellen Krise der Universität Ende des Jahres 2008 wurde eine erneute Beitragserhöhung beschlossen, um die Universität in ihrer Sanierung zu unterstützen. Dem regulären Beitrag wurde ein zeitlich befristeter Sanierungsbeitrag hinzugefügt, welcher 2014 gesenkt werden konnte.

  • 2005

    Freiwillige Erhöhung der Beiträge

    Um die in finanzielle Schieflage geratene Universität Witten/Herdecke verstärkt zu unterstützen, beschloss die Mitgliederversammlung der StudierendenGesellschaft am 27. Juni 2005, ab dem Wintersemester 2005/2006 höhere Studienbeiträge zu erheben. Da zeitgleich an vielen Universitäten gegen die Einführung von Studiengebühren demonstriert wurde, sorgte diese freiwillige Erhöhung der Studienbeiträge in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen.

  • 2001

    Gesellschafterin der Universität

    Im Jahr 2001 wurde der StudierendenGesellschaft durch das damalige Direktorium der Private Universität Witten/Herdecke gGmbH einer von 12 Direktoriumssitzen übertragen. Seit das Direktorium im Jahre 2009 durch eine Gesellschafterversammlung ersetzt wurde, ist die StudierendenGesellschaft Gesellschafterin der Universität. Zur Zeit (im Jahre 2018) beträgt ihr Anteil rund 7,6 %.

  • 1995

    Gründung der Studierendengesellschaft

    Es erschien den Studierenden notwendig, die Durchführung dieses Konzeptes in die eigenen Hände zu nehmen und dazu eine studentische Organisation ins Leben zu rufen. Im Mai 1995 wurde die StudierendenGesellschaft mit 117 Gründungsmitgliedern in einem ungewöhnlich großen Rahmen gegründet. Mit der Konstruktion eines Vereins wurde bewusst eine Rechtsform gewählt, die eine breite Partizipation ermöglichen sollte. Bis heute wird der Verein von Studierenden geführt und die Höhe der Studienbeiträge ausschließlich im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Universitätsleitung und der StudierendenGesellschaft – und damit den Studierenden in der Mitgliederversammlung – bestimmt. Sie ist somit ein lebendiges Beispiel für die Ausgestaltung der Grundprinzipien der Universität Witten/Herdecke – zur Freiheit ermutigen, nach Wahrheit streben, soziale Verantwortung fördern – und ihres unternehmerischen Grundverständnisses von Universität.

  • 1995

    Erfindung des umgekehrten Generationenvertrags

    Der Kerngedanke des Umgekehrten Generationenvertrags entstand mitternachts auf einer Papierserviette am Küchentisch einer Wittener Studierenden-WG: Die zeitliche Entkoppelung von Studium und Zahlung von Studiengebühren. Wenn die Rückzahlung nach Aufnahme der Berufstätigkeit möglich wäre, könnte eine Ökonomisierung des Studiums vermieden werden. Mit einem finanziellen Beitrag, der sich an den eigenen Möglichkeiten statt an denen der Eltern …

  • 1994

    Einführung von Studienbeiträgen

    Als die Studierenden der Universität Witten/Herdecke nach den Semesterferien im Herbst 1994 an ihre Universität zurückkehrten, wurde ihnen vom Präsidium der Universität offiziell verkündet, dass ein von der Landesregierung und der damaligen Universitätsleitung geschnürtes Paket zur Sanierung der Universitätsfinanzen bis zur Jahrtausendwende Studiengebühren vorsah. Es ergab sich folgendes Dilemma: Einerseits schätzten die Studierenden die freiheitlichen Studienbedingungen an der Universität Witten/Herdecke, die durch eine gewöhnliche Studiengebührenregelung gefährdet worden wären. Andererseits schien eine finanzielle Beteiligung der Studierenden zur nachhaltigen Sicherung eben dieser Studienbedingungen unumgänglich.

Die Universität Witten/Herdecke

Die UW/H wurde 1982 als erste Universität Deutschlands in nicht staatlicher Trägerschaft gegründet. Mit ihren drei Fakultäten – Gesundheit, Wirtschaft und Kulturreflexion – ist sie eine Vorreiterin in der deutschen Bildungslandschaft. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, neue Formen des Lehrens und Lernens zu erproben, neue Studienrichtungen und Ansätze in der Forschung zu entwickeln, sowie neue Wege in der Organisation einer wissenschaftlichen Hochschule zu gehen. Ihr Anspruch ist es, einen Rahmen zu schaffen, der es den Studierenden ermöglicht, ihr Studium frei und selbstverantwortlich zu gestalten. Die Entwicklung der Persönlichkeit steht dabei als gleichrangiges Ziel neben dem Erwerb fachlicher Qualifikation.

Die Zahl der Studienplätze ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Aktuell zählt die Universität Witten/Herdecke ca. 2.500 Studierende in 19 Studiengängen.

Die UW/H wurde 1982 als erste Universität Deutschlands in nicht staatlicher Trägerschaft gegründet. Mit ihren drei Fakultäten – Gesundheit, Wirtschaft und Kulturreflexion – ist sie Vorreiterin in der deutschen Bildungslandschaft. Ihren 2300 Studierenden ermöglicht die UW/H eine ganzheitliche Ausbildung – u.a. in den Fächern Medizin, Zahnmedizin, Pflegewissenschaften, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften sowie Philosophie und Kulturreflexion.
Die Ziele der UW/H: neue Formen des Lehrens und Lernens erproben, neue Studienrichtungen und Ansätze in der Forschung entwickeln, neue Wege in der Organisation von Hochschule gehen. Ihr Anspruch ist es, einen Rahmen zu schaffen, der es den Studierenden ermöglicht, ihr Studium frei und selbstverantwortlich zu gestalten. Die Entwicklung der Persönlichkeit steht dabei als gleichrangiges Ziel neben dem Erwerb fachlicher Qualifikation. Mehr Informationen zur UW/H finden Sie hier.

SG und UW/H

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) und die StudierendenGesellschaft (SG) arbeiten Hand in Hand: in partnerschaftlichen Vertragsverhältnis und mit Blick in die selbe Richtung – zum Wohl der Universität und ihrer Studierenden.

Als eigenständige Organisation an der Universität besteht die Rolle der SG aus der Erhebung, dem Einzug und der Finanzierung der Studienbeiträge in Witten. Durch das Finanzierungsmodell des „Umgekehrten Generationenvertrages“ ermöglicht die SG allen Studierenden eine freie und sozialverträgliche Finanzierung ihrer Beiträge. Wichtiger Teil dieser Aufgabe ist die Verhandlung der Studienbeiträge im Namen aller Studierenden mit dem Präsidium der UW/H. Derzeit entspricht der Anteil der studentischen Beiträge mit ca. 10 Mio. EUR rund 25 % des Unihaushalts. Die Studierenden leisten somit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Universität Witten/Herdecke – langfristig, nachhaltig und für jeden sozialverträglich.

Diese Aufgabenteilung ist in Deutschland einzigartig und seit über 20 Jahren erfolgreich. Sie verkörpert einerseits die Ideale der UW/H – „Zur Freiheit ermutigen“, „Nach Wahrheit streben“ und „Soziale Verantwortung fördern“ – und entspricht ihrem unternehmerischen Grundverständnis von Bildung und Universität. Andererseits versteht sich die SG die Hüterin der „Drei Freiheiten“: Durch da Modell des Umgekehrten Generationenvertrages wird ein freier Zugang zum Studium, eine freie Gestaltung des Studiums und eine freie Berufswahl gewährleistet.

Dieses Werteverständnis findet zudem Ausdruck darin, dass die SG Gesellschafterin der UW/H ist. Mit aktuell 7,6 % der Geschäftsanteile entscheiden wir Studierenden im höchsten kaufmännischen Gremium der Universität mit und setzen uns so für studentische Belange und freiheitliche Studienbedingungen ein. Den Studierenden gehört ein Teil ihrer Universität – eine einzigartige Form der Mitbestimmung in Deutschland!

Refinanzierung

Mehr Studierende – mehr Bildung – mehr Finanzierungsbedarf

Die Zahl der Studierenden an der Universität Witten/Herdecke hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Aktuell zählt die Hochschule in privater Trägerschaft rund 2.400 Studierende. Bis 2020 soll die Zahl aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Studienplätzen auf bis zu 3.000 steigen.

Zur sozialverträglichen Finanzierung der Studienbeiträge in Witten nutzt derzeit etwa die Hälfte der eingeschriebenen Studierenden den Umgekehrten Generationenvertrags (UGV) und ist damit Teil einer generationsübergreifenden Solidargemeinschaft. Der UGV ermöglicht allen Studierenden eine sozialverträgliche Finanzierung ihres Studiums – unabhängig vom sozio-ökonomischen Hintergrund. Der erwartete Anstieg der Studienanfänger_innen hat zur Folge, dass auch in Zukunft mehr Studierende von unserem Finanzierungsmodell Gebrauch machen werden.

Für die StudierendenGesellschaft als zentrale Verwalterin aller Studienbeiträge und Entwicklerin des UGV bedeutet dies, dass sie in den kommenden Jahren höhere Finanzierungsbeiträge an die Universität verauslagen muss. Genauer gesagt: Sie benötigt mehr Finanzierungsmittel zur Überbrückung des Zeitraums zwischen Verauslagung und dem Einsetzen der Rückzahlungen.

Erster Schritt: Eine Anleihe mit ideeller und finanzieller Rendite

Den erfolgreichen Auftakt zur Refinanzierung der StudierendenGesellschaft und damit der langfristigen Sicherung des Umgekehrten Generationenvertrags zeigte die Platzierung der ersten StudierendenAnleihe im November 2014. Hier geht’s zu den Details der StudierendenAnleihe

Zweiter Schritt: Ein Darlehensvertrag mit der GLS Bank

Drei Jahre später, im Januar 2018, konnte ein Darlehensvertrag über 9,65 Mio. EUR mit der GLS Bank unterschrieben werden. Ein günstiges Zinsumfeld und die Bereitschaft aller angesprochenen Banken den zweiten Refinanzierungsschritt mit der StudierendenGesellschaft zu gehen führte zur Entscheidung für ein Darlehen. Hier die Pressemitteilung zum Darlehensvertrag

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Sarah Luther