Anfang der Rückzahlung: Wann beginnt die Rückzahlung, wenn ich nach meinem Studium eine Promotion, ein Referendariat, ein Praktikum etc. absolviere?

Die Rückzahlung beginnt dann, wenn – nach Ihrer Exmatrikulation – Ihr maßgebliches Einkommen über dem Mindesteinkommen von 21.000 EUR liegt. Dies kann unabhängig davon der Fall sein, ob Sie z.B. einer weiterbildenden Aktivität nachgehen oder nicht. Die tatsächliche Rückzahlung erstreckt sich dann über die ersten zehn Jahre, in denen Ihr Einkommen oberhalb der Mindestgrenze liegt.

Arbeitslosigkeit: Wenn ich als Späterzahler_in arbeitslos bin, wandelt sich dann der UGV in ein Darlehen um, wie das bei manchen kommerziellen Anbietern der Fall ist?

Nein. Grundsätzlich ist die Rückzahlung nicht an Ihren Beschäftigungsstatus geknüpft, sondern an die Höhe Ihres Einkommens. Die zehn Rückzahlungsjahre können potentiell innerhalb des Zeitraumes von 25 Jahren nach Ihrer Exmatrikulation liegen. Wenn Ihr Einkommen aber über die gesamten 25 Jahre nach Exmatrikulation unter der Mindestgrenze liegt, müssen Sie gar nichts zurückzahlen. Wenn Sie beispielsweise innerhalb der 25 Jahre lediglich in drei Jahren ein Einkommen oberhalb der Mindestgrenze beziehst, leisten Sie nur in diesen drei Jahren einen Beitrag. Nach Ablauf der 25 Jahre entstehen keine weiteren Zahlungsansprüche.

Ausland: Was passiert, wenn ich im Anschluss an mein Studium im Ausland arbeite?

Das Prinzip der freien Berufswahl (siehe unsere Drei Freiheiten) gewährleistet, dass Sie Ihre berufliche Zukunft frei gestalten können und folglich auch nicht durch den UGV daran gehindert werden, in einem anderen Land zu arbeiten. In diesem Fall reichen Sie als Späterzahler_in einfach das jeweilige Äquivalent des deutschen Einkommenssteuerbescheid bei uns ein (siehe: Rückzahlung aus dem Ausland).

Beginn der Rückzahlung: Ab wann zahle ich zurück?

Der Rückzahlungszeitraum beginnt am 1. Januar des Jahres, das auf Ihre Exmatrikulation von der UW/H folgt. Das ist unabhängig davon, ob Sie Sich im Sommer- oder Wintersemester exmatrikulieren.

Beitragsgleichheit: Muss die Summe meiner einkommensabhängigen Rückzahlung dem Sofortzahlerbeitrag entsprechen?

Nein. Grundsätzlich beruht das Modell des UGV auf einem solidarischen Prinzip: Alle leisten einen Beitrag entsprechend ihrer Möglichkeiten. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Studienkredit sind Sie in der Späterzahlung oder in der hälftigen Sofortzahlung nicht mit einem fixen Schuldenberg konfrontiert. Wenn Sie über 10 Jahre jedes Jahr einen Beitrag geleistet haben, der über der Mindestgrenze liegt, Sind Sie unabhängig von der Höhe Ihres geleisteten Gesamtbetrages von weiteren Zahlungen befreit.

Berechnungsgrundlage: Welches Einkommen wird der Späterzahlung zugrunde gelegt?

Für die Berechnung Ihrer Rückzahlerbeiträge verwenden wir das sogenannte maßgebliche Einkommen. Dieses maßgebliche Einkommen entspricht dem durch pauschalierte Sozialversicherungsbeiträge und Werbungskosten verminderten Brutto-Einkommen. Es beläuft sich bei einem Arbeitnehmer auf 78,7% des Bruttoeinkommens, für Nicharbeitnehmer auf 62,7% des Bruttoeinkommens (Bruttoeinkünfte abzüglich einer Pauschale für die gezahlten Vorsorgeleistungen (zurzeit für Arbeit­neh­mende, Auszubildende und Nichterwerbstätige 21,3 % und für Nichtarbeitnehmende 37,3 %), deren Höhe sich nach den aktuellen Regelungen des BAföG richtet), Stand: 2016)

Einkommensteuerbescheid: Bin ich verpflichtet meinen Einkommenssteuerbescheid bei der SG einzureichen?

Ja. Gemäß des „Vertrages über die Förderung des Studiums an der Universität Witten/Herdecke“ haben Sie sich verpflichtet zur Feststellung des Rückzahlungsbetrag Ihren Einkommenssteuerbescheid in Kopie während des gesamten Rückzahlungszeitraumes (max. 25 Jahre nach Exmatrikulation) jedes Jahr unaufgefordert bei der SG einzureichen. Dies muss spätestens bis zum 31.12. des Folgejahres erfolgen. Dies gilt auch für den Fall, dass Sie im entsprechenden Jahr voraussichtlich von der Rückzahlung befreit werden oder Sie nicht veranlagt wurden.
Da der Einkommensteuerbescheid im ersten Rückzahlungsjahr meistens nicht sofort vorliegt, gilt für das erste Jahr eine Übergangslösung (siehe Rückzahlung im 1. Jahr).

Höchstbetrag: Gibt es einen maximalen Rückzahlungsbetrag?

Ja. Die Rückzahlung ist nach oben hin gedeckelt. Sie zahlen maximal das Doppelte des Sofortzahlerbetrags Ihres Studiengangs zum Zeitpunkt Ihrer Immatrikulation zurück.

Kontakt: Wie kann ich die SG persönlich kennenlernen?

Kommen Sie vorbei! Unser Büro finden Sie im Raum Nr. 1.207 auf dem Campus der UW/H an der Alfred-Herrhausen-Straße 50, 58448 Witten. Alternativ können Sie uns auch gerne eine E-Mail an kontakt@studierendengesellschaft.de schreiben.

Mindesteinkommen: Was ist die Mindestgrenze des Einkommens?

Bei der Mindestgrenze des Einkommens handelt es sich um eine Absicherung für Späterzahler_innen. Wenn Ihr maßgebliches Einkommen nicht über der Mindestgrenze liegt, dann müssen Sie in dem entsprechenden Kalenderjahr keine Zahlung leisten. Die Mindestgrenze des maßgeblichen Einkommens wird wegen Preissteigerung/Inflation regelmäßig angepasst und liegt aktuell bei einem maßgeblichen Einkommen von 21.000 EUR, was im Durchschnitt einem Bruttoeinkommen von rund 30.000 € entspricht.

Nachträglicher Wechsel: Kann ich nach meiner Exmatrikulation die Zahlungsvariante wechseln?

Nein. Der Umgekehrte Generationenvertrag ist ein Solidarmodell, das darauf beruht, dass die finanziell „Stärkeren“ die „Schwächeren“ unterstützen und so jedem die Drei Freiheiten der SG zuteil werden. Ein Wechsel der Zahlungsvariante nach Exmatrikulation ist nicht möglich, da er diesem Solidargedanken widerspricht. Allerdings besteht die Möglichkeit, schneller zurückzuzahlen.

Namens-und Adressänderung: Ich habe meinen Namen oder Adresse geändert – bin ich verpflichtet, dies der SG mitzuteilen?

Ja. Bitte teilen Sie uns allfällige Namens-und Adressänderungen schnellstmöglich mit. Es können sonst für Sie Kosten durch ein Ermittlungsverfahren entstehen.

Rendite: Strebt die SG eine Rendite an?

Die StudierendenGesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein und verfolgt allein gemeinnützige Zwecke. Wir haben keinerlei Gewinnerzielungsabsicht. Weder unsere Bank, noch andere Kapitalgeber haben einen Renditeanspruch an die Späterzahlerbeiträge. Das Modell des Umgekehrten Generationenvertrags sieht eine barwertige Gleichheit zwischen Sofortzahlung und Späterzahlung vor. Demnach entsprechen die erwarteten Erträge aus den Späterzahlerbeiträgen im Durchschnitt den Erträgen durch die Sofortzahlung.

Rückzahlungszeitraum: Wie lang ist der Rückzahlungszeitraum?

Nach Ihrer Exmatrikulation schauen wir uns einen Zeitraum von 25 Jahren an, in denen Sie potentiell zurückzahlen werden. Ob Sie in einem Jahr zurückzahlen, hängt davon ab, ob Ihr maßgebliches Jahreseinkommen im jeweiligen Jahr die Mindestgrenze von 21.000 EUR überschreitet. Sie zahlen in den ersten 10 Jahren zurück, in denen Ihr maßgebliches Einkommen über 21.000 EUR liegt, sofern Sie nicht vorher den Höchstbetrag erreichen.

Schnellere Rückzahlung: Sind vorzeitige oder schnellere Rückzahlungen möglich?

Ja. Sie können die Rückzahlung vor Ende des Ablaufs der eigentlichen Rückzahlungsdauer beenden, wenn Sie – inklusive der bis dahin gezahlten Rückzahlungsbeiträge – den vertraglich festgelegten Höchstbetrag zahlen. Dieser Höchstbetrag liegt beim Zweifachen des Sofortzahlerbetrags für Ihren Studiengangs zum Zeitpunkt Ihrer Immatrikulation.

Steuer: Sind die Studienbeiträge steuerlich absetzbar?

Für die Frage der steuerlichen Absetzbarkeit haben wir dieses Merkblatt erstellen lassen (Rechtsstand 2013) .
Ein aktuelleres Merkblatt des Bundes der Steuerzahler finden Sie hier.

UGV-Quote: Wie viel Prozent der Studierenden nutzt die Einkommensabhängige Späterzahlung?

Der Anteil der Studierenden, der sich für die Einkommensabhängige Späterzahlung entscheidet, variiert natürlich – im Durchschnitt liegt die Quote bei etwa 50 %.

Vielverdienende: Was passiert, wenn ich als Späterzahler_in extrem viel verdiene?

Wenn Sie als Späterzahler_in extrem viel verdienen, dann greift unsere vertraglich festgelegte Höchstgrenze. Über die gesamte Rückzahlungsdauer müssen Sie nicht mehr als das Doppelte des Sofortzahlerbeitrags Ihres Studiengangs zu Ihrem Immatrikulationszeitpunkt zahlen. Darüber hinaus gibt es noch eine jährliche Höchstgrenze, die Ihnen gewährleistet, dass Sie in einem Rückzahlungsjahr maximal ein Fünftel der Höchstgrenze (das Doppelte des Sofortzahlerbetrags) leisten müssen, wenn Sie sehr hohe Einkünfte haben.

Wenigverdienende: Was passiert, wenn ich mich bewusst entscheide, wenig zu verdienen und z.B. in Teilzeit arbeite?

Die freie Berufswahl ist eine der Drei Freiheiten, die die StudierendenGesellschaft mit Ihrem Wirken verfolgt. Sie besagt, dass Sie bei Ihrer Berufswahl frei sind und nicht durch den Umgekehrten Generationenvertrag eingeschränkt werden. Dies gilt auch für Beschäftigungen mit niedrigem Einkommen – denn, anders als bei einem klassischen Kredit – entsteht durch den UGV für Sie keine fixe Schuldenlast, die in den ersten Jahren nach dem Studium getilgt werden muss. Dank der Mindestgrenze bleibt Ihre Studienfinanzierung auch im Falle eines niedrigen Einkommens sozialverträglich: Liegt Ihr maßgebliches Einkommen unterhalb der Mindestgrenze von 21.000 EUR (was durchschnittlich einem Bruttoeinkommen von etwa 30.000 € entspricht), sind Sie im entsprechenden Jahr von der Rückzahlung befreit. Liegt Ihr Einkommen darüber, wird der Rückzahlungsbetrag wie gewöhnlich berechnet.